Aldi-Vorstoß bei Plastikbeuteln Umdenken hat seinen Preis

Von Imelda Flaig 

Um Verpackungsmüll zu vermeiden, könnten auch Rabatte auf unverpackte Produkte helfen, meint Redakteurin Imelda Flaig.

Aldi verlangt künftig Geld für Tüten bei Obst und Gemüse.Foto: dpa

Stuttgart - Bei Aldi müssen Verbraucher künftig einen Cent zahlen, wenn sie ihr Obst oder Gemüse im Beutel verpacken – der ist dafür wenigstens aus Zuckerrohrresten und damit umweltfreundlicher als die bisher kostenlosen Plastikbeutelchen. Ein Kleckerbetrag, mag mancher da denken. Zu Recht, aber immerhin ein Anfang, um der ganzen Sache wenigstens etwas Positives abzugewinnen. Bei den klassischen Plastiktüten, für die Verbraucher an der Ladenkasse mittlerweile je nach Händler um die 25 Cent berappen müssen, hat es ja schließlich auch funktioniert. Seit sie etwas kosten, ist ihre Anzahl um rund zwei Drittel zurückgegangen. Geld wirkt offenbar im Kampf gegen den Plastikmüll.

Fakt ist nun mal, was kostenlos ist, nimmt die Masse der Verbraucher gern in Anspruch. Erst wenn etwas einen Preis hat, wird in der Regel genauer hingeschaut und nachgedacht. Insofern gehört der Aldi-Vorstoß in die Kategorie: Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Der Preis müsste deutlich höher sein. Italien hat es schon vorgemacht, wie es funktionieren könnte: Dort wird für jeden Plastikbeutel an der Gemüsetheke eine Gebühr von drei Cent fällig – seither greifen die Verbraucher deutlich weniger nach den Beuteln. Umdenken hat nun mal seinen Preis.

Warum aber immer nur an der Kostenschraube drehen? Wie wäre es denn, wenn Verbraucher, die auf Plastikbeutel beim Kauf von Kirschen, Pilzen oder beispielsweise Tomaten verzichten, belohnt würden? Ein Rabatt an der Kasse könnte gerade bei der preissensiblen Kundschaft der Discounter mehr bewirken als ein zusätzlicher Obolus für den Beutel. Sparen mit gutem Gewissen – wenn das nicht zieht?

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