Angriff in Halle Der Hass nimmt zu

Von Jan Dörner 

Der tödliche Angriff auf die Synagoge in Halle bedeutet eine Zäsur für unser Land, kommentiert Jan Dörner.

Die Synagoge in Halle an der SaaleFoto: AFP/Jan Woitas

Halle - Zwar sind Juden hierzulande bereits in der Vergangenheit offenen Anfeindungen ausgesetzt gewesen, mussten Polizisten vor Synagogen Wache stehen. Doch der Hass wächst. Juden klagen seit einigen Jahren vermehrt über Beleidigungen und auch körperliche Angriffe, wenn sie offen eine Kippa tragend auf deutschen Straßen unterwegs sind. Rabbis werden bespuckt. Es ist für Demokraten schmerzhaft, dass fast 75 Jahre nach dem Ende des mörderischen Naziregimes sich Juden in unserer Gesellschaft nicht sicher fühlen können.

Mit der Bluttat von Halle ist allerdings eine neue Stufe des Judenhasses erreicht, der das Land aufrütteln muss. Ausgerechnet an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, wurden die in der Synagoge in Halle versammelten Gläubigen Ziel eines offensichtlich gezielten und geplanten Anschlags. Die mit Gewehren ausgerüsteten Täter in Kampfmontur wollten nur eines: Menschen töten, weil sie Juden sind. Kurz nach der Tat sind die Hintergründe, die Motive der Angreifer noch unklar. Auch auf einen Dönerimbiss wurde geschossen. Die Antwort des Staates und unserer Gesellschaft muss eindeutig ausfallen: Hass gegen Juden – egal aus welcher Richtung – und Rassismus dürfen in Deutschland keinen Platz haben.

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