Deutschland droht neue Wirtschaftskrise Die große Party ist bald vorbei

Von Thorsten Knuf 

Die Regierung plant einen leichteren Zugang zum Kurzarbeitergeld – das Vorgehen ist klug.

In der Industrie geht die Produktion bereits deutlich zurück. Die Bundesregierung bereitet sich auf eine neue Konjunkturkrise vor.Foto: obs

Berlin - In der Berliner Politik neigt sich die Sommerpause ihrem Ende entgegen. Und wie es aussieht, will die Regierung das Volk behutsam an einen unangenehmen Gedanken gewöhnen: Die große Party, die das Land seit Jahren angesichts einer kräftig wachsenden Wirtschaft und eines brummenden Arbeitsmarkts feiert, könnte bald vorbei sein. Eine Rezession scheint möglich. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat ein Gesetzespaket angekündigt, mit dem er die Arbeitnehmer vor Jobverlust schützen will – „für den Fall, dass es sich nicht nur um eine Konjunkturabkühlung handelt“.

In der letzten großen Krise konnten Hunderttausende Jobs gerettet werden

Heil plant einen leichteren Zugang zum Kurzarbeitergeld und zur beruflichen Qualifikation. Grundsätzlich ist das Vorgehen klug: In der letzten großen Krise vor fast zehn Jahren konnten mit derartigen Instrumenten Hunderttausende Jobs gerettet werden. Das kostete Milliarden. Aber die Menschen blieben in Arbeit, und die Unternehmen konnten ihre Fachkräfte halten. Als die Konjunktur wieder anzog, waren die Kräfte zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Noch gibt es die Hoffnung, dass es keine Krise geben wird, sondern nur eine Delle im Konjunkturverlauf. Wenn sich die Regierung darauf vorbereitet, ist dies allemal besser, als die Gefahren kleinzureden oder gar zu ignorieren.

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