Eichhörnchenhilfe Stuttgart Immer mehr Eichhörnchen müssen gerettet werden

Von sah 

Fast 180 Eichhörnchen musste die Eichhörnchenhilfe Stuttgart diese Saison schon aufpäppeln, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Woran liegt das?

Am Wochenende wurde der Eichhörnchenhilfe das 176. Tier übergeben.Foto: Eichhörnchenhilfe Stuttgart

Stuttgart - „Mit großen Schritten gehen wir auf die 180 zu“, schrieb die Eichhörnchenhilfe Stuttgart am Sonntag auf ihrer Facebook-Seite. Gemeint war damit die Zahl der hilfsbedürftigen Tiere, die der Organisation seit Beginn der aktuellen Saison übergeben wurden. Vergangenen Sonntag wurde das 176. Eichhörnchen gefunden, zusammengekauert und unterkühlt. Alleine hätte es der Nager wohl nicht mehr geschafft.

So viele bedürftige Tiere gab es schon lange nicht mehr, sagt Fabienne Wibera von der Eichhörnchenhilfe Stuttgart: „Dieses Jahr ist es wirklich furchtbar“. Schuld seien vor allem die vielen starken Winde. Die Kobel, in der die Jungtiere der Eichhörnchen leben, würden dann reihenweise von den Bäumen geweht. „Teilweise hatten wir bis zu 20 Zugänge pro Tag“, so Wibera. Nach dem Wetter sind Autos und Krähenangriffe die größten Gefahren für die Nager.

Meistens brauchen Jungtiere Hilfe

Die Eichhörnchenhilfe startete ihre Rettungssaison dieses Jahr schon wesentlich früher als sonst. Bereits im Februar ging es los, die Jahre zuvor bekam die Organisation die ersten verletzten Tiere erst um Ostern herum. Wenn die Tiere in der Rettungsstation ankommen, werden sie erst einmal behandelt, entwurmt und auf Flöhe untersucht. Danach werden sie aufgepäppelt und können in Volieren wieder zu Kräften kommen. Sind die Nager wieder fit, werden Sie in Außenvolieren verlagert und schließlich ausgewildert.

Die meisten Neuzugänge bei der Eichhörnchenhilfe sind Jungtiere. „Entweder können die Muttertiere ihre Jungen nicht versorgen oder sie werden verstoßen, wenn sie sich nicht schnell genug entwickeln“, sagt Wibera. Um so etwas zu verhindern, könne jeder einzelne mithelfen. Zum einen könne man die Eichhörnchen mit Nahrung versorgen, zum Beispiel über spezielle Eichhörnchen-Futterautomaten, die man im Garten aufstellen kann.

Gärten müssen wildtierfreundlicher sein

Außerdem sei es wichtig, den Garten wildtierfreundlich zu gestaltet, so Wibera. Das heißt, Pflanzen, Büsche und Bäume zu setzen, in denen Insekten und Tiere leben können. Damit sei auch den Eichhörnchen geholfen, die dann wieder mehr Nahrung und Lebensraum fänden.

Dem neuesten Zugang der Eichhörnchenhilfe geht es seit der Rettung übrigens schon um einiges besser. Er ist bei einer Kollegin von Fabienne Wibera untergekommen und „entwickelt sich prächtig“.

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