Kommunalwahl in Stuttgart Das sagen die Parteien zum öffentlichen Nahverkehr

Von Thomas Durchdenwald 

In der Regionalversammlung herrscht beim Thema öffentlicher Nahverkehr ein breiter Konsens, vor allem soll das S-Bahn-Netz durch eine neue Signaltechnik leistungsfähiger werden. Einige Parteien wollen die VVS-Tarife noch günstiger machen.

Künftig sollen sich die vielen S-Bahn-Fahrgäste auf noch mehr Züge verteilen können.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Wenn man nach den Positionen der Fraktionen in der Regionalversammlung zur Mobilität fragt, fällt auf: Bei ÖPNV-Themen wie der Forderung einer S-Bahn-Verbindung Filder-Neckartal und der Förderung von vernetzten Verkehren herrscht eine große Übereinstimmung, beim Autoverkehr gibt es aber klare Differenzen.

CDU:
Mittelfristig wird mit der Zugsteuerung ETCS ein Zehn-Minuten-Takt bei der S-Bahn angestrebt. Statt Fahrverboten soll Stuttgart durch zügige Planung und Realisierung von Nordostring und Filderauffahrt entlastet werden – ergänzt um Citylogistik und Verkehrssteuerung einer regionalen Verkehrsleitzentrale.

Grüne:
Auch sie wollen mit ETCS in Richtung Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn, für die ein durchgängiger Nachtverkehr gefordert wird. Das regionale Expressbussystem soll ausgeweitet werden. Der Fahrradverkehr soll die gleiche Bedeutung bekommen wie Auto und ÖPNV, etwa durch Radschnellwege.

SPD:
Neben dem regionsweiten Sozialticket fordert sie eine weitere Vereinfachung des VVS-Tarifs mit einem 365-Euro-Jahresticket. Wie Grüne und Linke plädiert sie für eine Nutzung der Schuster- und Panoramabahn als Tangentiallinien. Die SPD will auch mehr Barrierefreiheit in der S-Bahn.

Freie Wähler:
Trotz der aus ihrer Sicht richtigen und wichtigen Anstrengungen zum Ausbau des Nahverkehrs sehen sie auch die Notwendigkeit, das Straßennetz zu erweitern. Dazu gehörten Nordostring und Filderauffahrt sowie andere Ortsumfahrungen.

FDP:
ETCS reiche nicht aus, die S-Bahn brauche eine zweite Stammstrecke. Der VVS-Tarif müsse auf eine Innen- und zwei Außenzonen vereinfacht werden. Straße und Schiene seien auszubauen.

Linke:
Sie fordert eine durchgehende Nacht-S-Bahn an allen Tagen und das regionale Sozialticket für Menschen mit geringem Einkommen, zudem mehr Barrierefreiheit im ÖPNV.

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