Steinenbronn Steinenbronn engagiert sich für die E-Mobilität

Von Otto-H. Häusser 

Die Gemeinde Steinenbronn kauft für ihren Amtsboten ein Elektroauto. Außerdem soll es in diesem Jahr auch noch drei öffentliche Ladestationen für E-Fahrzeuge geben..

In Steinenbronn gibt es bald drei Ladestationen für E-AutosFoto:  

Steinenbronn - Der Amtsbote von Steinenbronn wird bald mit einem kleinen Elektro-Flitzer unterwegs sein. Sein bisheriges Dienstfahrzeug, das mit einem Verbrennungsmotor betrieben wird, wird voraussichtlich in vier Monaten durch einen Renault Zoe mit Elektroantrieb ersetzt. Der Gemeinderat gab dafür bei einer Gegenstimme von SPD-Fraktionschef Dieter Menzel grünes Licht.

Gleichzeitig bewilligte dieselbe Mehrheit den Bau von drei öffentlichen Ladestationen, an denen jeweils zwei E-Autos aufgetankt werden können. Als Standorte wählten die Gemeinderäte die Parkplätze am Weiler Weg und an der Goldäckerstraße beim Kindergarten sowie den Parkplatz am Beerlesklopferbrunnen beim Feuerwehrhaus. Dieser letztere Standort war umstritten. „Dort gibt es sehr wenige Parkplätze“, gab Roland Kißling (FW) zu bedenken. Er plädierte deshalb für einen Standort hinter dem Rathaus.

Zuschüsse vom Bund

Die Ladestationen sollen laut Auskunft der stellvertretenden Kämmerin Sarah Kohler bis Ende des Jahres installiert sein. Der Preis pro Kilowattstunde Strom beläuft sich auf 35 Cent. Die Gemeinde muss 3300 Euro für die Anschaffung einer Station bezahlen. Vom Bundesverkehrsministerium wird ein Zuschuss von 1700 Euro erwartet. Die Gemeinde hat sich für den billigsten Anbieter entschieden. Dessen Station ist nur halb so teuer wie diejenige des zweitgünstigsten Anbieters.

Steinenbronn hätte zwar bei der Wahl des teureren Angebots den Erlös des Stromverkaufs bekommen, aber: „letztendlich würde sich das nicht lohnen“, erklärte Sarah Kohler. Als Beleg führte sie Erfahrungen aus Waldenbuch an. Dort seien an einer Ladesäule im zweiten Halbjahr 2018 147 Kilowattstunden abgenommen worden. „Bei einem Preis von 35 Cent je Kilowattstunde ergäbe dies einen Betrag von 51,45 Euro“, sagte Kohler,

Die Rentabilität spielt schließlich auch bei der Anschaffung des E-Autos für den Amtsboten eine Rolle. Es wurde wiederum der Bieter mit dem billigsten Angebot gewählt. Die Gemeinde muss aller Voraussicht nach 11 300 Euro für das Auto bezahlen. Vom Bundesverkehrsministerium wird ein Zuschuss von 5700 Euro gewährt. Das Land wird außerdem für den Betrieb des Wagens weitere 3000 Euro zuschießen. Dieses Geld kann auch für die jährlich fällige Batteriemiete von 820 Euro ausgegeben werden.

Brandschutz könnte Ladestation verhindern

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Stefan Hauser, berichtete dem Gremium von seinen Erfahrungen mit einem E-Auto. „Wir haben im Geschäft auch so ein Fahrzeug“, sagte er. Die Kosten für die Batteriemiete und für den Strom seien in etwa so hoch wie die für den Sprit, den man beim Vorgängermodell brauchte.

Der Strom für das neue Amtsboten-Fahrzeug soll übrigens in der Tiefgarage des Rathauses gezapft werden. Es könnte jedoch sein, dass die Brandschutzvorschriften dem entgegenstehen. Der CDU-Fraktionschef Frank Schweizer mahnte, dies vorher abzuklären. Ob das bisherige Auto des Amtsboten verschrottet oder verkauft wird, ist noch nicht klar. Normal verkaufe man solch alte Fahrzeuge, sagte Kämmerer Hans-Dieter Bär Es gab jedoch auch den Vorschlag, das Gefährt für eine Feuerwehr-Übung zu nutzen.

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