Miss Stuttgart Von der Muckibude auf den Laufsteg

Von Janey Schumacher 

Naomi Baisch ist Miss Stuttgart. Eigentlich arbeitet die 21-Jährige in einem Software-Unternehmen in Wangen. In ihrer Freizeit macht sie gerne Kraftsport.

Die 21-jährige Naomi Baisch arbeitet in einem Software-Unternehmen in Wangen.Foto:  

Wangen - Kraftsport ist die große Leidenschaft der frisch gekrönten Miss Stuttgart. „Die beste Möglichkeit, mich auszupowern“, sagt die 21-Jährige und strahlt ihr Gegenüber mit ihren blauen Augen und aufgewecktem Blick an. Mit ihren Beinen schafft sie es zum Beispiel, bis zu 130 Kilogramm zu stemmen. Das ist allerdings auch kein Wunder, denn so viel Zeit wie möglich – mindestens vier Mal pro Woche – verbringt sie im Fitnessstudio. Umringt von Hanteln, am Rudergerät, am Fahrradergometer oder eben an der Beinpresse fühlt sich die 21-Jährige wohl. Am Kraftsport reizt sie vor allem, dass sie sich immer neue Ziele steckt – wenn es zum Beispiel darum geht, wie viel Kilogramm sie mit der Hantel stemmen will – und dann auch ihre körperlichen Grenzen spürt. „Wenn ich geschafft habe, was ich mir vorgenommen hatte, sind die Schmerzen gleich wieder vergessen.“

Mindestens genauso gern boxt sie. „Mein Vater trainiert mich. Er hat früher selbst geboxt.“ Genau wie einen ihrer vier Brüder: Der 13-jährige Jeronimo ist sogar baden-württembergischer Meister in der Schülerklasse. Der Sport bringt Naomi Baisch auch im Alltag sehr viel, wie sie sagt: „Man fühlt sich fitter, aber auch selbstsicherer, weil man seinen Körper gut beherrschen kann.“

Praktikantin in einer Softwarefirma

Beruflich ist sie in anderen Gefilden unterwegs: Sie arbeitet derzeit im Rahmen eines einjährigen Praktikums bei einer Softwarefirma in Wangen. Ihr Wunsch ist es, Technik und Fitness zu verbinden und eine Fitness- oder Gesundheits-App auf den Markt zu bringen. Aber auch eine Zukunft als Fitness-Trainerin oder Personal-Coach könnte sie sich vorstellen. „Ich will Menschen für Sport begeistern und ihnen zu einem besseren Körpergefühl und mehr Selbstbewusstsein verhelfen – vor allem jungen Mädchen“.

Geboren ist Naomi Baisch in Bad Cannstatt. Derzeit lebt sie mit ihren Eltern und vier Geschwistern in Pattonville. Doch anzutreffen ist sie dort nicht allzu oft: In ihrer Freizeit unternimmt die 21-Jährige viel, geht gern tanzen oder verreist. „Am Wochenende fliege ich mit zwei Freundinnen nach Barcelona.“ Aber auch Städte wie Frankfurt, Berlin, München oder Amsterdam hat sie schon besucht. Unbedingt und „hoffentlich bald“ möchte sie etwas weiter weg: Nach Brasilien soll es gehen. Aber auch Portugal ist regelmäßig Urlaubsdomizil. Unter anderem weil ihre Mutter Portugiesin ist. „Da wir zuhause aber immer Deutsch sprechen, ist mein Portugiesisch nicht allzu gut.“

Gegen Freundin durchgesetzt

Ihre Mutter war es auch, die sie auf die Wahl zur Miss Stuttgart aufmerksam gemacht hat – mit Erfolg, wie sich herausgestellt hat. Druck habe sie sich deswegen aber nicht gemacht. „Ich bin das ganz lockerer angegangen und habe mich einfach beworben.“ Als es dann darum ging, die Jury zu überzeugen, sei sie dennoch ein bisschen aufgeregt gewesen. „Mir war aber wichtig, die Wahl nicht verbissen gewinnen zu wollen, sondern das Ergebnis sportlich zu nehmen.“ Zwar freue sie sich über ihren Sieg, aber wäre es nicht der erste Platz geworden, wäre das „vollkommen in Ordnung“ gewesen. Unter den 23 Konkurrentinnen war auch ein ihr vertrautes Gesicht: „Eine gute Freundin hat mitgemacht, das haben wir aber erst am Abend zuvor festgestellt.“ Zu vielen der anderen Teilnehmerinnen habe sie auch weiterhin über die sozialen Medien Kontakt.

Der nächste Wettbewerb in Sachen Miss steht für Naomi Baisch übrigens im Herbst an. Dann findet die Wahl zur Miss Baden-Württemberg statt. Auch die amtierende Miss Germany, Nadine Berneis, sowie deren Vorgängerin, Anita Rehbein, waren zuerst Miss Baden-Württemberg.

Zu Deutschlands schönster Frau gekürt zu werden, wäre natürlich toll, sagt Naomi Baisch mit einem Augenzwinkern. Doch sie werde ihre Strategie beibehalten und auch die Wahl zur Miss Baden-Württemberg – deren Gewinnerin dann zur Miss-Germany-Wahl antreten darf – gelassen angehen.

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