Theaterhaus Stuttgart Roland Baisch - Selbstreflexion einer "Rampensau"

Von Franz Krauder 

Am 20. Juni feiert Roland Baisch mit seinem neuen Programm „Wie haben Sie das gemacht, Herr Baisch?“ Premiere im Theaterhaus Stuttgart.

Roland Baisch (rechts) wird von seinem alten „Shy Guys“-Kollegen Clemens Winterhalter begleitet.Foto: alfred cannamela

Was treibt einen Menschen auf die Bühne? Warum bedeutet es für den einen unendliches Ungemach, für den anderen die Erfüllung seines Lebens, im Rampenlicht zu stehen? Wieso macht sich einer ins Hemd, wenn er vor zwölf Leuten eine kleine Rede halten soll und der andere geht vor Tausenden Fremden allabendlich auf die Bretter? Roland Baisch hat sich darüber Gedanken gemacht. Am 20. Juni verrät er, was dabei herausgekommen ist. Dann feiert sein neues Programm „Wie haben Sie das gemacht, Herr Baisch?“ Premiere im Theaterhaus.

Baisch ist freilich einer, der mit mehr als 4000 Shows eher zu den Rampensäuen gezählt werden darf. Als Autor, Musiker und Schauspieler verdingte er sich. An diesem Abend der Selbstreflexion wird er begleitet von seinem alten „Shy Guys“-Kollegen Clemens Winterhalter, der Baischs Erkenntnisse, Lieder, Dialoge und Geschichten mit Pianospiel untermalt. Welche Antworten wird Baisch auf die Fragen finden? Braucht man einen genetischen Defekt, um Komiker zu sein? Wird man so geboren? Ist man einfach permanent gut drauf? Muss man erste Erfahrungen schon als Klassenclown sammeln?

Gründer des Scherbentheaters

Begonnen hat der 65-Jährige seine Reise anno 1976 als Schauspieler. Ausgebildet in Amsterdam und Hamburg, erhielt er sein erstes Engagement am Staatstheater Braunschweig. Danach kehrte er in seine Geburtsstadt Stuttgart zurück. 1979 zählte er zu den Gründern des Scherbentheaters und begann, eigene Stücke zu entwickeln. Seine Touren führten ihn von Europa über Afrika bis in die USA. 1992 folgten die „Shy Guys“, eine irre Comedy-Truppe. Nebenbei schrieb Baisch noch Musicals wie „Rats“, Country-Songs und Gags für Harald Schmidt. So kam er zum Fernsehen. Mitte der 1990er-Jahre sah man ihn dann als Darsteller in der „Comedy Factory“ auf Pro7.

Zuletzt war er an der Seite seiner Weggefährten Michael Gaedt und Otto Kuhnle im Theaterhaus zu sehen. Unter dem Namen KGB veranstaltete das Trio in der Show „Der Jubel rollt“ herrliche Anarcho-Comedy. Doch auch beim Internationalen Jazz Festival im Theaterhaus trat er auf. Der Mann ist vielseitig. Er musste sich zwischen hemmungslosem Totalquatsch und anspruchsvollen Musikeinlagen nie entscheiden – er kann beides. Sich selbst hat er dafür auch bereits mit dem „Goldenen Roland“ ausgezeichnet, eine Persiflage der vielen Comedy-Preise, die heutzutage vergeben werden. Und was soll man sagen? Er hat ihn mehr als verdient! Wie haben Sie das alles gemacht, Herr Baisch? Wir harren der Antworten.

Roland Baisch: 20., 21., 22. Juni, jeweils 20 Uhr, Theaterhaus, 07 11 / 4 02 07 20 oder online.

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