Urlaub mit dem Fahrrad Unsere fünf liebsten Radrouten in Europa

Von dane 

Radfahren ist prima fürs Klima und für den Körper. Und man kommt rum und sieht was von der Welt. Das gilt sowohl im Alltag als auch im Urlaub. In Europa gibt es etliche Kilometer an Radwegen, ob für Tages- oder Mehrtagestouren, die reizvolle Landschaften und hübsche Örtchen und Städte vereinen. Wir stellen unsere fünf ganz persönlichen Lieblingsrouten vor.

Von Berlin über die Mecklenburgische Seenplatte (Foto) bis ... Foto: DR pics

Von der Hauptstadt auf die Insel

Mit Wiesen, Wäldern, Wahrzeichen lässt sich der Berlin-Usedom Radfernweg prima auf den Punkt bringen. Von der Hauptstadt geht es auf 337 Kilometern bis zur Ostseeperle Usedom. Auch im Sommer ist hier gut radeln, denn oft führen die komfortabel ausgebauten Wege durch Baum bestandene Alleen.

Die Radel-Route: Mitten in Berlin geht es los, dann immer entlang der Panke bis nach Brandenburg. Zahlreiche kleine Städte - etwa der Uckermark und Mecklenburg-Vorpommerns - liegen am Wegesrand und wollen entdeckt werden. Das Radler-Herz geht auf beim Strampeln entlang der Mecklenburgischen Seenplatte sowie dem Biosphärenreservat Schorfheide. Zieleinlauf ist in Peenemünde auf der Ostseeinsel Usedom.

Wer lässt es hier gerne rollen?: Kulturinteressierte und Wasserratten – die flache Route ist besonders für Anfänger geeignet. Teilstrecken können auch mit dem Zug zurückgelegt werden.

Beste Radelzeit: Im Sommer, die Strecke ist sehr schattig und die zahlreichen Seen entlang des Radweges laden zum Baden ein.

Florenz' fantastische Felsenwelt für Familien

Was? Die Toskana liegt in Deutschland? Da hat wohl jemand in Geografie nicht aufgepasst. Na gut. Es ist die Sächsische Toskana, ein Abschnitt des Elberadweges, auf dessen Gesamtstreckenlänge von 1260 Kilometern Genussradler und Familien voll auf ihre Kosten kommen. 14 Tage im Sattel sollten für die gesamte Tour eingeplant werden. Wer weniger Zeit hat, teilt sich die Route in Häppchen ein. Fantastische Felsenwelten, weite Strände, Metropolen wie Hamburg und kleine Schmuckstücke wie Cuxhaven sind die Zutaten für ein schmackhaftes Urlaubsmenü. 

Die Radel-Route: Beginnend im Norden Tschechiens im Riesengebirge in Spindlermühle führt der sehr beliebte Radfernweg bis nach Cuxhaven an der Nordsee. Es geht durch lockende Landschaften und spannende Städte wie Hamburg, Magdeburg, Meißen und Dresden in Deutschland sowie Decin und Mělník in Tschechien.

Wer lässt es hier gerne rollen?: Natur- und Kulturinteressierte – je nach Streckenabschnitt kommt hier fast jeder Radfan auf seine Kosten. Besonders gut geeignet ist die Tour jedoch für Freizeitradler und Familien mit Kindern.

Beste Radelzeit: Frühling, Sommer und der frühe Herbst. Im Frühjahr fährt man durch ein Meer an weißen und rosa Blüten, im Sommer springt man vom Sattel direkt ins abkühlende Nass, schlotzt ein Eis und genießt laue Nächte im Open Air Kino. Der farbverschwenderische Herbst lockt mit Obsternte im Alten Land oder Weinlese in Sachsen.

Alles platt - außer den Reifen

Die Liebe zum Drahtesel ist wohl nirgendwo so ausgeprägt wie in den Niederlanden. Davon zeugen auch 32.000 Kilometer an Radwegen kreuz und quer durch das hübsche Fleckchen Erde. Unsere Lieblings-Route startet in Leeuwarden und führt entlang des IJselmeeres und durch Westfriesland. Weil hier alles so schön platt ist, lässt sich die rund 290 Kilometer lange Strecke bequem genießen und in gut machbare acht Abschnitte von jeweils 40 bis 55 Kilometer einteilen.

Die Radel-Route: Von Leeuwarden aus führt der Radweg nach Sneek, Balk, Bolsward, Franeker und Dokkum zurück nach Leeuwarden.

Wer lässt es hier gerne rollen?: Kulturinteressierte – die Strecke besteht überwiegend aus flachen Radwegen und eignet sich für alle Radfahrer.

Beste Radelzeit: Im Sommer, die Nähe zum Meer sorgt für eine angenehme Abkühlung.

So viel See ist gefühlt nirgends

Diese Tour hat sie, unsere "Big Five", unsere namhaften fünf:  Ortasee, Lago di Mergozzo, Lago Maggiore, Luganersee und Comer See. Die Wasser-Oasen entlang der italienisch-schweizerischen Grenze lassen Radfahrer-Herzen höher schlagen. Bieten sich beim Pedale treten doch schöne Aussichten in einer Traumkulisse. Die Strecke führt auf 270 Kilometern überwiegend über ruhige Straßen mit wenigen Anstiegen. Etwas steiler wird es bei einem Abstecher zu der kleinen Wallfahrtskirche Madonna del Ghisallo, die der Schutzpatroning der Radprofis geweiht ist. Einige Teilstücke werden auch mit einer Fähre oder einem Boot zurückgelegt. Die Seenlandschaft kann dadurch auch vom Wasser aus genossen werden.

Die Radel-Route: Die Radtour beginnt am südlichen Ende des Ortasees. Von hier aus geht es Richtung Norden über Omegna zum Lago Maggiore, dann Richtung Osten zum Luganersee und schließlich endet die Tour am Comer See. Auch kürzere Tagesrouten sind in der Region der italienischen Seen möglich.

Wer lässt es hier gerne rollen?: "In-Landschaften-Schwelger" und sportlich Ambitionierte – die Route führt überwiegend über öffentliche Straßen und ist daher eher für jene geeignet, die sicher im Sattel sitzen.

Beste Radelzeit: Wenn die großen Touristenströme (zwischen Juni und September) versiegt sind, ist es ruhiger auf den Straßen und das Radeln macht mehr Freude.

Für Ritter mit Rad und ohne Rüstung

Hier geht es einmal rund in der Region Alentejo im Süden Portugals. Nämlich von Évora aus und wieder zurück in das hübche Städtchen. Auf der 383 Kilometer langen Strecke sieht man weit - die Landschaft öffnet sich vor einem. Unterbrochen wird dieser Weitblick lediglich von kleinen Städten und Dörfern, historischen Burgen oder Kirchen. Die Altstadt von Évora gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und birgt römische und arabische Kulturschätze. Ein klein wenig fühlt man sich daher auf seinem Drahtesel wie ein Ritter, der durch die bewegte Vergangenheit "reitet".

Die Radel-Route: Die Tour führt von Évora über Monsaraz, Serpa, Mertola und Castro Verde nach Beja und zurück nach Évora.

Wer lässt es hier gerne rollen?: Kulturschätzesucher und Vogelkundler – nur ab und an geht es bergauf. Die Strecke ist daher auch für weniger erfahrene Radfahrer geeignet.

Beste Radelzeit: Herbst und Winter bieten die idealen Temperaturen für eine längere Radtour. Im Sommer gerät man in seinem Trikot dagegen arg ins Schwitzen.

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